Rückblick und Ausblick

 

 

Erinnern Sie sich noch? Unbeschwerter Kontakt mit Freunden, bummeln gehen, spontan ein Restaurant aufsuchen, kurz mal verreisen ….… aus einer vergangenen Zeit, kaum mehr vorstellbar nach fast einem Jahr Corona-Krise mit Einschränkungen des persönlichen Bewegungsraums.

Die zweite Welle der Corona-Pandemie hat Europa und Deutschland voll im Griff. Politiker, die in dieser Zeit Entscheidungen treffen müssen, sind nicht zu beneiden. Einen Weg zu finden, der das Leben und die Gesundheit der Menschen schützt, unsere wirtschaftlichen Grundlagen nicht zerstört und mit allgemeiner Akzeptanz rechnen darf, ist eine schier unlösbare Aufgabe.

 

Unsere politischen Aktivitäten im zurückliegenden Jahr waren situationsbedingt stark reduziert, Veranstaltungen wurden gestrichen oder verschoben. Als erstes traf es die Vorstellungsrunde unserer Landtagskandidaten, auf die wir infolge des Lockdowns im März verzichten mussten. Die Nominierungsveranstaltungen für die Landtags- und die Bundestagswahl im kommenden Jahr wurden in die Corona-arme Lücke des Monats Juli verlegt. Geplante Sommeraktionen unseres Ortsverbands konnten nicht stattfinden. Unsere Jahreshauptversammlung im November fiel dann der zweiten Coronawelle zum Opfer.

 

Wir hoffen, dass sich mit Beginn der Impfungen im kommenden Jahr die Lage entspannt und wieder andere Schlagzeilen die Medien dominieren. Es stehen in 2021 ja wichtige politische Entscheidungen an: Wer wird Bundesvorsitzender und damit Kanzlerkandidat der CDU? Wie kann sich unsere CDU in den Landtagswahlen im März und den Bundestagswahlen im September behaupten?

 

Global etwas unbedeutender, aber für uns nicht unwichtiger sind die Themen und Entscheidungen vor Ort:

 

Die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen. 18 Bauplätze im Gebiet Marsweiler-Ost II wurden im zurückliegenden Jahr vergeben, wobei 12 Plätze nach dem Einheimischenmodell und 6 Plätze im Höchstgebotsverfahren veräußert wurden. Die Erschließung für das Baugebiet Grünenberg-Stöcklisstraße ist weitgehend fertiggestellt, so dass 2021 die Ausschreibung der Plätze gestartet werden kann.

 

Ein Dauerthema in 2020 war die Entwicklung des Fischerareals. Der Auftrag zur Erstellung eines neuen Konzepts ging an zwei Architekten aus Tübingen. Nach der überraschenden Absage der Stiftung St. Franziskus und des Siedlungswerks für das vorgesehene Demenzzentrum musste der städtebauliche Entwurf angepasst werden. Veränderungen der Grundstückszuschnitte, des Stellplatzschlüssels, des Straßenverlaufs durch das Baugebiet sowie der Wegebeziehungen zum Feneberg führten dann zu einer Änderung des Bebauungsplans im Dezember. Mit dem Konzeptvergabeverfahren kann voraussichtlich im Frühjahr 2021 begonnen werden. Der neue Feneberg-Markt steht mittlerweile. Nach Fertigstellung des Innenausbaus ist mit der Eröffnung im Sommer 2021 zu rechnen.

 

Das Architektenduo aus Tübingen befasste sich auch mit der Neugestaltung des Dorfplatzes. Angedacht ist hier ein Gebäude mit Tiefgarage zur Erzeugung einer sog. Raumkante, um den gewünschten Platzcharakter zu schaffen. Eine Option zur Belebung des Platzes ist die Nutzung des Gebäudes mit gesundheitsnahen Dienstleistungen.

 

Klimawandel und Klimaschutz sind als Themen auch in Corona-Zeiten präsent. Die Gemeinde Baindt geht konsequent weiter auf dem Weg, ihren Beitrag zur Erreichung eines CO2-neutralen Schussentals zu leisten. Im Januar wurde das erste E-Fahrzeug der Gemeinde für den Bauhof in Betrieb genommen, das zweite E-Mobil für die Verwaltung im September. Unsere Bürger können sich mittlerweile auch ein Elektro-Lastenfahrrad bei der Gemeindeverwaltung ausleihen. Darüber hinaus wurde im Zuge der Erschließung des Fischerareals das Nahwärmenetz erweitert.

 

Mit der Eröffnung des neu gebauten Kindergartens im Juli 2020 verfügt die Gemeinde mittelfristig über eine ausreichende Zahl an Kindergartenplätzen. Wartelisten gibt es bei uns nicht.

 

Kopfzerbrechen macht dagegen die Schulsanierung, angesichts der Höhe der Sanierungskosten und der geringen Zuschüsse. Eine Voruntersuchung zur Feststellung des baulichen Zustands und des erforderlichen Sanierungsumfangs ergab hohe Kosten für die notwendige Sanierung: 15.950.000 Euro für einen Neubau; 13.350.000 Euro für eine Vollsanierung und 9.900.000 Euro für eine Teilsanierung. Als dringendste Maßnahme wurde im November die Sanierung der Toilettenanlage im Haus Grün mit einem geschätzten Aufwand in Höhe von 285.000 Euro beschlossen. Die Entscheidung über die Schulsanierung insgesamt wird 2021 erfolgen. Ein Neubau ist allerdings angesichts der Kostenhöhe wohl vom Tisch.